WordPress manuell aktualisieren und updaten

Ein aktuelles Projekt hat mich dazu veranlasst, diesen Artikel zu schreiben. Das Projekt bestand aus dem Redesign einer Website, welche bereits mit WordPress umgesetzt war. Es stellte sich allerdings heraus, dass die WordPress Installation schon sehr lange nicht mehr aktualisiert wurde. Also musste im ersten Schritt ein manuelles Update auf die neueste Version her.

Seit der automatischen Update-Funktion in WordPress sind wir ja schon alle ein bisschen verwöhnt. Zu Beginn hatte ich damals zwar so meine Zweifel, ob das immer klappen würde. Das legte sich allerdings nach und nach und mittlerweile nutze ich das automatische Update fast bei jedem Projekt. So also auch bei Besagtem. Vorher Backup der Datenbank und des Filesystem und los.

Das Problem

Weit kam ich allerdings nicht, denn nachdem das Paket heruntergeladen war und es zum Schritt „entpacken“ ging, bekam ich eine Fehlermeldung – zu wenig Speicher. Die Website wird bei 1&1 gehostet und da war schnell klar, dass   manuelle Eingriffe hier nicht möglich sind. Sicherlich hätte ich mich ggf. auch an den Support wenden können, doch das wollte ich mir ersparen . Leider war der Kunde auch nicht dazu zu bewegen, seine Website bei einem anderen (WordPress-Freundlichen) Hoster unterzubringen.

Lösung: WordPress manuelle updaten

Wie ging das doch gleich noch? Wie eben bereits erwähnt, seit der automatischen Update-Funktion nicht mehr wirklich häufig genutzt, doch jeder ernsthafte Blogbetreiber sollte zumindest die groben Schritte kennen.

Bevor wir jetzt aber mit dem Update beginnen ist es auf jeden Fall Pflicht, vom gesamten System ein Backup zu erstellen.

  1. Backup der Datenbank

    Die meisten Hoster bieten die Möglichkeit per phpMyAdmin auf die Datenbank zuzugreifen.  Hat man sich dort eingeloggt und die passende Datenbank ausgewählt, stehen im oberen Hauptbereich einige Reiter zur Verfügung. Hier klicken wir auf „Exportieren“. Je nach Version von phpMyAdmin stehen hier nun zwei Varianten zur Verfügung  – schnell und angepasst. Für ein simples Backup reicht hier die schnelle Variante. Datei sicher wegspeichern – fertig.

    WordPress Datenbank exportieren

    WordPress Datenbank exportieren

  2. Backup des Dateisystems

    Das Backup der Daten ist ebenso wichtig wie das der Datenbank; hier werden beim Update viele Dateien ersetzt. Am besten verbindest du dich mit einem FTP-Programm auf den Server und lädst alle Dateien und Verzeichnisse aus dem Website-Root herunter. Also die Ordner wp-admin, wp-content und wp-include sowie sämtliche Dateien (index.php, wp-config.php, …)

    WordPress Dateien sichern

    Alle Dateien aus dem Webverzeichnis sichern

  3. Aktuelle WordPress-Version herunterladen

    Jetzt lädst du dir die aktuelle WordPress-Version herunter (falls dies nicht schon geschehen ist) und entpackst sie. Am besten du benennst den Ordner dann sofort in die entsprechende Version um (z.B. WordPress 3.3.2). So kommst du bei späteren Downloads nicht durcheinander und kannst schnell sehen, ob du eine Version nicht doch schon einmal heruntergeladen hast.
    Die aktuellste Version findest du immer hier: http://wordpress.org/download/.
    Du kannst dir bei Bedarf auch eine vorbereitete deutschsprachige Version mit den Sprachfiles herunterladen. Diese erhältst du hier: http://de.wordpress.org/

  4. Plugins deaktivieren

    Jetzt müssen alle Plugins deaktiviert werden. Ist dies erledigt, kannst du dich aus dem System ausloggen.

  5. Dateien löschen

    Nun wechselst du wieder zu deinem FTP-Programm und löscht folgende Dateien und Verzeichnisse samt Inhalte:

    Verzeichnisse: wp-admin, wp-includes (das Verzeichnis wp-content nicht löschen!)
    Dateien: alle, außer wp-config.php und .htaccess.

    Wenn noch weitere Dateien im Verzeichnis liegen, wie z.B. robots.txt, sitemap.xml, sollten diese ebenfalls erhalten bleiben. Theoretisch können die Dateien auch überschrieben werden, jedoch stellst du mit der Löschen-Methode sicher, dass wirklich alle Dateien aktualisiert werden.

    WordPress Dateien löschen

    Diese Dateien müssen vor dem Update gelöscht werden

  6. Sicherheitsschlüssel eintragen/aktualisieren

    Je nachdem, von welcher WordPress-Version aus das Update erfolgt, solltest du noch die Sicherheitsschlüssel checken bzw. aktualisieren. Mittlerweile gibt es acht an der Zahl. Schaue dazu in der heruntergeladenen wp-config-sample.php nach und vergleiche Sie mit deiner wp-config.php auf dem Server. Falls in deiner aktuellen Datei weniger Schlüssel vorhanden sind, kopiere die acht Zeilen aus der wp-config-sample.php und füge sie in deine wp-config.php ein.

    WordPress Sicherheitsschlüssel eintragen

    Die Sicherheitsschlüssel sollten eingetragen werden

    Am besten ist es, wenn du dir diese Schlüssel selbst erstellst bzw. generierst. Du kannst aber auch folgenden Link benutzen:
    https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/
    Anschließend die aktualisierte Datei wieder hochladen.

  7. Neue Dateien hochladen

    Jetzt müssen alle neuen Dateien via FTP in den Webspace hochgeladen werden. Wähle aus dem zuvor entpackten Archiv folgende Dateien und Verzeichnisse aus und lade sie hoch:
    – das Verzeichnis wp-admin
    – das Verzeichnis wp-includes
    – alle Dateien im Hauptverzeichnis

    Die Dateien licence.txt, liesmich.html, readme.html und wp-config-sample.php sowie das Verzeichnis wp-content müssen nicht hochgeladen werden!

  8. Datenbank aktualisieren

    Wenn alle neuen Dateien und Verzeichnisse hochgeladen wurden, muss nun noch die Datenbank aktualisiert werden. Rufe dazu folgenden Link auf:
    http://www.deinewebsite.com/wp-admin/upgrade.php. Dies gilt für den Fall, dass die WordPress-Installation im Root-Verzeichnis erfolgen soll. Hast du WordPress in ein Unterverzeichnis installiert, muss zwischen „deineseite.com/“ und „wp-admin“ noch das Verzeichnis angegeben werden. Also z.B. http://www.deineseite.com/wordpress/wp-admin/upgrade.php.
    Dort sollte jetzt „Datenbankupdate erforderlich“ stehen. Klicke auf „Upgrade WordPress“ und die Aktualisierung beginnt.
    Es kann einige Sekunden dauern, bis alles aktualisiert wurde.

    Damit ist der eigentliche Update-Prozess abgeschlossen und die WordPress-Installation sollte wieder laufen.

  9. Plugins aktiviern

    Falls du im Vorfeld die Plugins deaktiviert hast, sollten diese nun wieder aktiviert werden. Durch die automatische Update-Funktion siehst du schnell, ob es eine neuere Version gibt und ob die aktuell verwendete kompatibel mit der neuen WordPress-Version ist.

Das war es eigentlich schon. Deine Website sollte nun wieder einwandfrei auf Basis der neuen Version laufen. Als Hinweis sei noch gesagt, dass es manchmal Sinn macht, die Plugins im Vorfeld auf Kompatibilität zu checken. Dies kannst du unter http://wordpress.org/extend/plugins/ tun. Suche dort einfach nach den Namen deiner Plugins.

Noch ein kleiner Tipp: Um dem Benutzer einen kleinen Hinweis für die Downtime bzw. den Update-Prozess zu geben, gibt es einige Plugins, die während des Updates einen entsprechenden Hinweis ausgeben. Empfehlen kann ich

Und nun viel Erfolg beim Updaten. Falls du noch Fragen, Hinweise oder Anregungen hast, freue ich mich auf deinen Kommentar!
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